Lavendelöl

Lavendel wirkt antibakteriell

Lavendel wirkt antibakteriell

Lavendel und das dazugehörige Lavendelöl gehört zu einem der stärksten Wunderkräutern. Bis heute ist der Lavendel noch nicht vollständig erforscht.  Schon in der langen Geschichte dieser Pflanze, erfuhr der Lavendel besonders wegen seinen besonderen Geruchs eine besondere Wertschätzung. Schon die alten Ägypter waren sich der Wirkung des Lavendels bewusst und rieben ihre Pharaonen bereits mit der Flüssigkeit der Pflanze ein. Im Grab des Tutanchamun wurden Rückstände des Lavendelöl gefunden, dass immernoch seinen berühmten Duft versprühte.

Aber nicht nur in der Parfüm-Industrie ist das lila Gold bekannt und beliebt sondern ist mittlerweile auch im Garten sowie im Hausgebrauch zum absoluten Standard geworden.  Je nach Destillation des Krautes, kann es beispielsweise als Massageöl, als Geburts-Unterstützung oder einfach nur als Raumerfrischer genutzt werden.

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Lavendelöl – Welche Lavendelart ist die Richtige?

Prinzipiell ist festzuhalten, dass es „das Lavendeöl“ nicht gibt- da wie bereits beschrieben die Anwendungszwecke  des Lavendels so umfangreich sind, gilt es darauf zu achten welches Öl für welchen Zweck produziert wird. Landläufig wird behauptet, dass der Lavendel Angustifolia (echter Lavendel) das qualitativ hochwertigste Öl liefert. Dieser wildwachsende Lavendel der in den höher gelegenen Gebieten Frankreichs besonders gut wächst ist allerdings auch am Teuersten. Allerdings sind – je nach Anwendungsgebiet – der Schopflavendel und auch der Speiklavendel (beide wildwachsend) sehr gute Alternativen.

Echter Lavendel eignet sich am besten zum Produzieren des Lavendelöls

Unterschiedliche Arten lassen sich zur Öl-Produktion nutzen

Das wertvolle Lavendelöl kann generell aus allen Bestandteilen der Pflanze gewonnen werden. Allerdings ist das Öl aus der Blüte das Hochwertigste, da der Anteil an Wirkstoffen dort am größten ist. Ein weiterer entscheidender Faktor bei der Qualität des ätherisches Öls ist die die Erntezeit. Die Lavendel-Ernte variiert in Qualität und Quantität jährlich und die Bauern können keine Voraussagen über die jährliche Ernte des Lavendels  treffen. Aus diesem Grund ist es  fast unmöglich die Qualität der nächsten Lavendel-Ernte zu bestimmen. Auch aufgrund dieser Schwankungen ist das ätherische Öl so wertvoll.

Bestandteile von Lavendelöl

Der Lavendel selbst besitzt ca. 2000 unterschiedliche Inhaltsstoffe, die grundlegend (noch) nicht alle vollständig erforscht sind. Bei dieser großen Anzahl beeinflusst natürlich nicht jeder dieser Stoffe die Gesundheit. Wissenschaftler gehen davon mindestens 200-400 Stoffe einen direkten Einfluss auf das Wohlbefinden besitzen. Jeder Stoff für sich besitzt einen eigenen Wirkstoff, allerdings wird erst in der Kombination der Wirkstoffe im Lavendelöl, die volle Wirkkraft entfaltet. Wie bereits beschrieben hängt die Anzahl und Intensität der Wirkstoffe stark von unterschiedlichen Faktoren wie der Erntezeit, Destilation und der Art des Lavendels ab. Darüberhinaus ist es auch wichtig aus welchem Gebiet der Lavendel (wegen der Bodenzusammensetzung und Mineralien -Dichte) kommt und in welcher Höhe das Heilkraut angepflanzt wird. Wir werden im Folgenden nur die wichtigsten Bestandteile des Lavendelöls beschreiben: Das Linalylazetat, das Linalool, das Cineol und  den Kampfer.

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Wirkstoff Linalylazetat – Beruhigend?

Das Linalylazetat  ist in erster Linie für den Geruch des Lavendelöls zuständig. Der Wirkstoff nimmt mit der Anbauhöhe des Lavendels zu. Der Echte Lavendel hat aus diesem Grund den höchsten Anteil an Linalylazetat – Denn

Linalylazetat und Linalool sind Hauptbestandteile des lavendelöls

Linalylazetat und Linalool sind Hauptbestandteile

der Lavendel Angustifolia wächst nur in den höheren Lagen der Provence. Die entscheidende Charakteristika des Linalylazetat ist, dass es durch seine Zusammensetzung sehr schnell im Körper und auf das menschliche Nervensystem wirkt. Neben dem Geruch hat es außerdem noch eine beruhigende Wirkung auf den Körper, Geist und Seele. Dem Stoff werden folgende weitere Eigenschaften zugeschrieben:

  • Beruhigende Wirkung auf das Nervensystem☝
  • Abschirmende Wirkung vor unterschiedlichen Einflüssen/Überflutungen☝
  • Neuer Antrieb kann verliehen werden☝
  • Subjektives Wohlbefinden kann erhöht werden☝
  • Entspannung führt zu Innerer/Äußerer Ruhe☝

Mit den Inhaltsstoffen des Lavendels wurden Studien an Mäusen durchgeführt. Eine Folge der Inhalation war, dass die motorischen Aktivitäten der Mäuse abgenommen haben – Genau das kann beim Menschen zur Verbesserung von beispielsweise Schlafstörungen führen.

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Die Wirkstoffe können Geist und Seele beruhigen

Lavendelöl hat eine große Anzahl an Wirkstoffen

Wirkstoff Linalool

Linalool gehört- genauso wie das Linalylazetat auch– zu den Stoffen der acyclischen Monoterpene. Linaool ist allerdings nicht nur Bestandteil von Lavendelöl sondern tritt auch in unterschiedlichsten anderen Gewürzen wie Basilikum oder Safran auf. Darüberhinaus verleiht es beispielsweise auch dem Wein, das Aroma. Linalool ist farblos und besitzt einen frischen blumigen Geruch. Der Speikalavendel besitzt die höchsten Anteil des Linaools – Allerdings den kleinsten Anteil an Linalylazetat. Die wichtigsten Eigenschaften des Linaools sind:

  • Entzündungshemmend
  • Desinfektion von Räumlichkeiten
  • Antiseptische Wirkung

Aufgrund der großen, weltweiten Nachfrage des Stoffes, wird er mittlerweile auch syntetisch hergestellt.  Allerdings wird der überwiegende Anteil (noch) natürlich hergestellt. Auch in der Parfum-Industrie wird er beispielsweise als Ersatz für Bergamot verwendet. Ein weiteres Einsatzgebiet ist die Vermischung in Lavendelsäckchen.

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Cineol und Kampfer -Weitere Wirkstoffe des Lavendelöls

Zwei weitere Stoffe die im Zusammenhang mit Lavendelöl nicht zu vernachlässigen sind: Kampfer und Cineol. Sie sind zwar nicht so prägnant in ihrem Anteil wie die bereits vorgestellten Stoffe Linalylazetat und Linaool,  haben allerdings trotzdem einen erheblichen Anteil an der Wirkung des Lavendels. Der Kampfer ist ebenfalls ein farbloser Stoff der ursprünglich aus dem ätherischen Öl  des Kampferbaumes gewonnen wurde. Er ist häufig Teil von Salben oder Badezusätzen die äußerliche Anwendung finden. Kampfer hat folgende Wirkung:

  • Anregung des Kreislaufes☝
  • Fördert Durchblutung☝
  • Lindert Muskel-Verspannungen☝
  • Schmerzlindernde Wirkung☝

Cineol ist genau wie der Kampfer eine farblose Flüssigkeit, der zu den Monoterpen gehört. Cineol ist auch Bestandteil des Eukalyptusöl und konnte vor nicht allzu langer Zeit durch intensive Forschung isoliert werden. Häufig wird Cineol als Kapsel verabreicht und soll gegen Erkältungen wirken. Außerdem soll der Stoff auch schleimlösend wirken.

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Lavendelöl- Herstellung

Wie bereits beschrieben, kann Lavendel einiges zu einem besseren Wohlbefinden beitragen.  Aber durch die Komplexität des Herstellungsprozesses ist es nicht für jeden einfach möglich das wertvolle Öl aus der Pflanze zu gewinnen (Bei echtem Lavendel). Das Öl kann nur mittels Destillation  durch Wasserdampf gewonnen werden. Außerdem wird eine große Menge von Lavendel benötigt um vergleichsweise wenig Öl zu produzieren. Um ca. 1 Liter des ätherischen Öls zu produzieren werden ca. 20-25kg  an frischem Lavendel destiliert. Für die Produktion von 1 Liter des echten Lavendels Angustifolia, werden sogar ca. 160kg benötigt. Daran lässt sich erkennen, dass qualitativ hochwertiges Lavendelöl sehr teuer sein kann. Für Hobbygärtner ist es nur möglich den günstigeren Lavendel-der allerdings nicht die Wirkstoffe des echten Lavendels enthält- herzustellen. Damit werden bei eigener Herstellung auch die Anwendungsgebiete reduziert.

Eigene Herstellung von Lavendelöl

Die Herstellung von Lavendelöl kann auch durch einen Hobbygärtner durchgeführt werden

Lavendelöl kann selbst hergestellt werden

Lavendelöl eignet sich wunderbar um es selbst herzustellen (mit den bereits beschrieben Nachteilen). Für die eigene Herstellung sind im wesentlichen drei Schritte notwendig. Das im Garten gepflanzte Lavendel muss erstmal getrocknet werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Blüten vollständig trocken sind, da sonst nicht die wertvolle Essenz gewonnen werden kann. Es muss unbedingt darauf geachtet werden, dass der Lagerungsort der Blüten dunkel und trocken ist, da durch Licht-Einstrahlung Wirkstoffe zerstört werden können. Danach einfach ein Einmachglas nutzen und die getrockneten Blüten hinzufügen. Tipp: Wenn die Lavendelblüten vorher mit der Hand leicht zerrieben werden, gibt die Pflanze das Öl leichter ab. Danach das Einmachglas mit einem hochwertigen Öl aufgießen (Dafür eignet sich besonders natives Öl wie Oliven oder Distelöl. Danach kann das Gefäß an einen dunklen und warmen Ort für einen Monat gelagert werden. Um die beste Wirkung zu erreichen, wird empfohlen das Öl einmal am Tag leicht zu schütteln. Nach einem Monat kann die Flüssigkeit über ein sauberes Tuch getrennt und in ein neues, frisches Einmachglas eingefügt werden. Das selbst hergestellte Lavendel-Öl kann jetzt für Massagen oder als Raumduft eingesetzt werden.

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Destillation von Lavendel

Der komplexe Prozess der Öl Gewinnung wird durch die Wasserdampf-Destillation durchgeführt. Der Vorteil ist, dass das Lavendelöl sehr

Destillation von Lavendelöl ist sehr kostenintensiv. Allerdings erhält man damit das reinste und beste Öl

Destillation von Lavendelöl ist sehr aufwendig

schonend und nachhaltig gewonnen wird. Durch die Destillation werden sehr wenige Wirkstoffe des Lavendels zerstört. Leider ist der Prozess sehr aufwendig und sehr Kosten-, Zeit – und Platzintensiv. Aus diesem Grund werden sehr viele Lavendelöle nicht mehr durch diese Art, sondern durch alternative und kostensparende Maßnahmen ersetzt. Die Vorgehensweise der Destillation ist prinzipiell sehr simple:

  • Es wird eine Destille benötigt (Zwei Behälter und ein Kühlrohr)
  • Der Lavendel wird im ersten Behälter hinzugefügt und mit Wasserdampf erhitzt– Durch die Erhitzung  wird das Öl aus dem Lavendel gelöst und verdampft
  • Der Dampf wird im Kühlrohr aufgefangen und abgekühlt. Durch die Kühlung wird der Dampf wieder zu Öl und sammelt sich im zweiten Behälter
  • Da Öl prinzipiell weniger Gewicht besitzt als Wasser sammelt sich das Lavendelöl auf der Wasseroberfläche und kann von dort aus abgefüllt werden

Extraktion des Lavendelöls

Darüberhinaus gibt es ein weiteres Verfahren um das Öl zu lösen: die Extraktion. Es ist nicht so schonend wie die Destilation, wird aber zur Gewinnung von ätherischen Ölen auch eingesetzt.  Aus den Pflanzenteilen werden alle löslichen Stoffe (Farbe etc.) entfernt – Das wird durch die Zugabe eines Lösungsmittels erreicht. Im Anschluss daran wird das Lösungsmittel – Durch Destillation – entfernt. Zum Schluss des Prozesses bleibt eine wachs förmige Masse. Diese wird anschließend mit Alkohol nochmals extrahiert um das Lösungsmittel vollständig zu entfernen. Dieser letzte Schritt ist entscheidend um eine „Verwässerung“ zu verhindern un Rückstände zu lösen. Das ätherische Öl das zurückbleibt nennt sich Absolutes. Im Vergleich zum Destillieren bleiben hier weniger Wirkstoffe zurück – Aus diesem Grund wird diese Form der Lavendelöl Gewinnung eher in der Parfüm-Industrie genutzt.

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Lagerung

Es ist darauf zu achten, das Lavendelöl immer in einem lichtgeschützen Ort zu lagern ist. Durch das Licht können wichtige Wirkstoffe zerstört werden. Außerdem sollten zur sachgemäßen Lagerung unbedingt Glasflaschen eingesetzt werden. Bei der Benutzung von anderen Materialien wie Kunststoff oder Plastik ist eine chemische Reaktion nicht ausgeschlossen. Weiterhin sollte die Raumtemperatur angepasst werden: Lavendelöl neigt dazu sich bei zu kalten Temperaturen zu verfestigen.

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